Anjas Backbuch

Süßes für die Seele

Herbst, Kuchen

Zwetschgendatschi unter der Haube

Seit Jahren spalten sich die Lager: Gehört der Zwetschgendatschi aus Hefeteig gemacht, oder aus Mürbteig? Seit heute weiß ich: weder noch. Denn der weltbeste Zwetschgendatschi fußt auf einem saftigen und gleichzeitig luftigen Quark-Öl-Teig – lest selbst…:

Irgendwie findet sich nach über 100 Rezepten auf meinem Blog noch kein einziges mit einem Quark-Öl-Teig. Seltsam, oder? Nach diesem, einfach TRAUMHAFTEN, Zwetschgendatschi wird sich das aber gewaltig ändern!

Gerade ist Zwetschgen-Zeit und es mangelt nicht an tollen Ideen, wie man das leckere Saisonobst verbacken kann. Auch bei mir sind dieses Jahr bereits zwei Rezepte dazu gekommen: der schokoladige Zwetschgen-Käsekuchen und der Zwetschgendatschi mit Zimt-Knusper. Wie ihr wahrscheinlich mitbekommen habt, gibt es da Kuchenesser, die auf Rezepte mit Hefeteig schwören – und andere, bei denen nichts über einen knusprigen Mürbteig geht. Und auch ich war bis vor kurzem starker Verfechter eines dieser Lager (Go Mürbteig!!!). Vielleicht seid ihr selbst an vorderster Front,  wenn eine hitzige Diskussion über den richtigen Kuchenboden ausbricht…?

Seit heute weiß ich jedoch: Sämtliche Streitereien zwischen Mürbteig-Liebhabern und Hefeteig-Verfechtern sind völlig sinnlos. Der beste Zwetschgendatschi fußt nämlich, aufgepasst: Auf einem Quark-Öl-Teig. Der ist super locker, super saftig und auch noch super einfach. Drei super Gründe, diesen Teig viel öfter zu verwenden – und ich versichere euch: in der nächsten Zeit werden auf dem Blog einige neue Rezepte mit Quark-Öl-Teig, der bis jetzt viel zu stiefmütterlich behandelt wurde, dazukommen. Jetzt bekommt ihr aber erst einmal das Rezept für meinen absoluten Zwetschgendatschi-Favoriten.

Achja, wer es weniger süß mag: Die Baiserhaube könnt ihr auch einfach weglassen. An der Zubereitungsart und Backzeit ändert sich dadurch nichts. Alternativ könnt ihr natürlich auch Streusel hinzufügen oder nach dem Backen Zimt und Zucker darüber streuen. Und jetzt: Ab in die Küche!

Zutaten (für eine Form mit den Maßen 25×38 cm)
  • 150 g Quark (40%)
  • 6 EL Öl
  • 4 EL Milch
  • 1 Ei
  • 80 g Zucker
  • 1 Pck. Vanillinzucker
  • 1 Prise Salz
  • 300 g Mehl
  • 1 Pck. Backpulver
  • 20 g Butter
  • 2 TL Zimt
  • 1 kg Zwetschgen

 

  • 4 Eiweiß
  • 150 g Puderzucker
  • 1 EL Stärke
  • 1 Prise Salz
Zubereitung

Zuerst die Zwetschgen halbieren, entkernen und die Hälften oben und unten einschneiden, damit sie aufgeklappt werden können. Für später zur Seite stellen. Wer später außerdem weniger Hektik haben möchte, kann jetzt schon mal die Eier für das Baiser trennen und ebenfalls zur Seite stellen.

Den Ofen auf 180°C Ober- / Unterhitze vorheizen. Den Quark in ein Geschirrtuch wickeln und die Feuchtigkeit auspressen (dazu aus dem Tuch eine Art „Säckchen“ machen und fest zudrücken, damit es die Flüssigkeit durch den Stoff nach außen drückt). Der Quark hat dann eine feste Konsistenz – man kann ihn wie eine Kugel in die Hand nehmen. Nun den Quark mit Öl, Milch, Ei, Zucker, Vanillinzucker und Salz verquirrlen. Anschließend das Mehl mit dem Backpulver mischen und zusammen mit dem flüssigen Teig – mit einem Knethaken – zu einem homogenen Teig verkneten.

Den Teig könnt ihr dann ohne Mehl auf einem Backpapier ausrollen und so auf das Blech bzw. in die Form legen. Die Butter schmelzen, den Zimt hinzufügen und die Mischung mit einem Pinsel auf dem Teig verteilen. Jetzt kommen die vorbereiteten Zwetschgen darauf – am besten sehr viele und sehr nah aneinander, beziehungsweise überlappend. Das Blech für 10 Minuten in den Ofen schieben.

Nun muss schnell gearbeitet werden: Dazu in einer frischen Schüssel (oder die alte schnell auswaschen) das Baiser zubereiten. Am Besten ist es, wenn in der Schüssel keine Fettrückstände sind. Dafür einfach kurz mit Essig auswischen (lest dazu: wie Baiser gelingt). Das Eiweiß mit einem Schneebesen steif schlagen. Wenn es fest ist, den Puderzucker, die Stärke und das Salz nach und nach zugeben und immer weiterrühren, bis der Eischnee glänzt und fest ist – perfekt ist er, wenn er schöne Spitzen zieht.

Den Kuchen nach 10 Minuten aus dem Ofen nehmen und das Baiser mit einem Löffel oder Spritzbeutel darauf verteilen (es geht beim Backen noch auf!). Nun erneut für 25 Minuten in den Ofen geben. Herausnehmen und etwas abkühlen lassen. Am Besten schmeckt der Datschi jedoch, wenn er noch lauwarm ist.

Schreibe eine Antwort

Design von amazinganja, basierend auf dem Theme von Anders Norén