Süßes für die Seele

Hörnchen, Ostern

fruchtiger Quark-Hefezopf

Hefegebäck wird total unterschätzt – dabei kann der relativ schlichte Teig in zahlreichen Varianten glänzen, beispielsweise mit einer Quark- und Johannisbeer-Füllung. Das schmeckt einfach herrlich fruchtig und saftig.

Jede Jahreszeit hat ihre „typischen“ Kuchen: Krapfen zu Fasching und Karneval, Rhabarber im April, gefolgt von der Beeren-Saison. Danach kommen Apfel- und Nusskuchen im Herbst sowie Plätzchen und Gebäck mit Zimt, Lebkuchengewürz und Spekulatius im Winter. Und dann wäre da noch der Frühling – Osterzeit. Draußen wird es wieder heller, die Vögel zwitschern, die ersten Sonnenstrahlen wärmen die Haut und die Pflanzen fangen an zu blühen: rosa, gelb, violett – ich liebe den Frühling! Und dann gibt es da natürlich das typische Oster-Gebäck: ein Kranz, Fladen oder Zopf aus süßem Hefeteig.

Ich LIEBE Hefeteig. Okay, ich liebe auch den Quark-Öl-Teig (hier meine persönliche Liebeserklärung an den Quark-Öl-Teig) und knusprigen Mürbteig. Und so ein Biskuit ist schon auch sehr, sehr lecker. Naja, aber der Hefeteig ist definitiv unter den Top Vier. Er ist so saftig und gleichzeitig luftig wie kein anderer Teig, irgendwie hat er eine ganze „weiche“ Konsistenz. In heißem Fett gebacken kann man daraus fabelhafte Krapfen machen – und im Ofen leckere Flechtkränze, -zöpfe oder Fladen. Perfekt für den Oster-Brunch!

Was dieses Rezept zu etwas ganz besonderem macht, ist die Füllung: Der Hefeteig wird flach ausgerollt und dann mit Quark und Johannisbeer-Marmelade bestrichen. Anschließend wird er aufgerollt, in zwei Hälften geteilt und zu einem Zopf geflochten. Dank der Füllung ist er noch saftiger als er es von Natur aus schon ist und die leicht säuerliche Marmelade gibt dem Ganzen eine frische Note.

Und da Fett bekannterweise ein Geschmacksträger ist…: Mit etwas Butter schmeckt so ein Stück Hefezopf sogar nochmal besser (wenn das überhaupt möglich ist). Aber keine Sorge: auch ohne Butter (Fastenzeit und so) ist der Quark-Hefezopf mit Johannisbeer-Füllung wahrlich ein Geschmackserlebnis. Zudem ist Hefeteig auch gar nicht schwierig, wenn man sich an ein paar Regeln hält (die habe ich euch alle im Rezept beschrieben). Einzig das Aufschneiden und Flechten kann eine klebrige Angelegenheit werden – aber probiert es einfach und denkt daran: Erstens ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und zweitens schmeckt der Hefezopf auch dann, wenn er nicht ganz perfekt aussieht.

Zutaten
  • 450 g Mehl
  • 1 Würfel frische Hefe (42 g)
  • 1 Prise Salz
  • 60 g Zucker
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 200 ml Milch (Zimmertemperatur)
  • 1 Ei
  • 80 g Butter
  • 200 g Quark (20%)
  • 200 g Johannisbeer-Marmelade
Zubereitung

Zuerst muss ein Vorteig zubereitet werden. Dafür einfach das Mehl in eine Schüssel geben (es muss nicht unbedingt gesiebt werden) und in der Mitte eine Mulde bilden. den Hefe-Würfel grob hineinbröseln, einen TL Zucker von 60 g abtrennen und zur Hefe in die Mulde geben. Anschließend noch eine Prise Salz dazu und das Ganze mit etwas Milch aufüllen, bis die Vertiefung im Mehl „voll“ ist. Die Schüssel nun mit einem Küchentuch abdecken und für rund 15 Minuten an einem warmen Ort stehen lassen. Am besten eignet sich ein Platz in der Sonne oder in der Nähe einer Heizung.

Die Butter in einem Topf schmelzen und anschließend zusammen mit dem Ei, sowie dem restlichen Zucker, der restlichen Milch und einem Päckchen Vanillezucker zum Vorteig geben. Alles mit einem Knethaken (alternativ gleich mit den Händen) gut miteinander verkneten und den Teig anschließend aus der Rührschüssel nehmen. Nochmals gut mit den (warmen) Händen durchkneten: dafür den Teig zu einer Kugel formen, auf der Arbeitsfläche von sich wegdrücken, die dadurch entstandenen Seiten wieder in die Mitte klappen und erneut auf die Theke drücken.

Der Teig darf ruhig ein wenig klebrig sein – bleibt er jedoch an der Arbeitsfläche und / oder euren Fingern kleben, gebt noch etwas Mehl dazu. Zum Schluss eine Kugel formen, sie zurück in die Rührschüssel legen und nochmals für rund eine Stunde an einem warmen Ort gehen lassen.

Den Ofen auf 170°C Heißluft (!) vorheizen und ein Backpapier ausbreiten. Den Teig mit einem Nudelholz auf diesem Backblech flach ausrollen (ca. 0,5 cm). Damit das Backpapier nicht weg rutscht, könnt ihr es etwas über die Arbeitsfläche schauen lassen und dieses Stück mit eurem Körper „fixieren“. Das Backpapier dabei immer wieder drehen, damit der Hefeteig zum Schluss eine rechteckige Form hat. Mit einem Messer nun zuerst den Quark gleichmäßig auf dem Teig verteilen und anschließend vorsichtig die Marmelade darauf steichen.

Zopf flechten

Für einen Zopf, wie ihr ihn auf den Fotos seht, muss der Teig an der langen Seite wie eine Roulade aufgerollt werden (also so, dass der Zopf danach so lang ist, wie die lange Seite des Teigs, nicht die kurze). Achtet dabei darauf, dass ihr wirklich eine Rolle bildet und nicht nur die Quark-Marmelade-Schicht „weg schiebt“.

Jetzt mit einem scharfen (!) Messer die Rolle ab der Mitte bis zu einem Ende aufschneiden. Die zwei Hälften miteinander verflechten und die Enden „unter“ dem Zopf verstecken. Anschließend mit dem Messer die andere Hälfte des Teigs bis zum Ende aufschneiden und ebenfalls verflechten.

Dadurch, dass man den Zopf nicht auf einmal als Ganzes in zwei Hälften schneidet, fällt euch der Teig mit der Füllung beim Flechten nicht so stark auseinander.

Den Hefezopf nun – samt Backpapier – auf ein Backblech ziehen und für 30 Minuten im Ofen backen. Herausnehmen, kurz abkühlen lassen und genießen. Der Zopf schmeckt lauwarm genauso gut, wie wenn er etwas durchgezogen ist.

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