Süßes für die Seele

Plätzchen, Winter

Sterntaler mit Tonkabohne

Ein märchenhafter Name für traumhaft leckere Plätzchen mit einem feinen Tonkabohnen-Geschmack und hübschem Aussehen.

Die Plätzchen mit dem wohl schönsten Namen. Wobei ich Pfaffenhütchen (zum Rezept geht’s hier) schon auch sehr süß finde. Überhaupt haben Plätzchen doch wirklich immer recht ausgefallene Namen: Bärentatzen, Spitzbuben und Busserl. Woher die Sterntaler ihren Namen haben wird schnell klar: Natürlich wegen ihrem Aussehen. Denn die runden Taler haben ein schönes kleines Stern-Muster.

Das Sterntaler-Märchen von den Gebrüdern Grimm kennt ihr ja hoffentlich alle, oder? Falls nicht, fasse ich es euch nochmal kurz zusammen: Es geht um ein armes Waisenmädchen, das in die Welt hinauszieht. Auf seinem Weg trifft es andere Bedürftige und hat Mitleid mit ihnen. Obwohl es selbst fast nichts hat, gibt es ihnen sein Essen, seine Mütze und auch die restliche Kleidung, bis es ganz hungrig ist und fürchterlich friert. Da fallen plötzlich die Sterne als Silbertaler sowie feine neue Kleidung vom Nachthimmel als Belohnung für seine Selbstlosigkeit. Ende. Irgendwie ein weihnachtliches Märchen, oder? Aber zurück zu den Sterntaler-Plätzchen!

Geschmacklich tun sie sich vor allem durch das Aroma einer geriebenen Tonkabohne hervor. Das Gewürz war insbesondere 2018 auf dem Vormarsch, als Vanille immer knapper und vor allem teurer wurde. Damals kostet das Kilo Vanilleschoten rund 600 Euro – vier Jahre zuvor waren es noch 30 Euro. Der Grund war die rasant steigende Anzahl von Lebensmitteln (bspw. Quark), Pflegeprodukten (z. B. Bodylotions) und Co., die mit Vanille versetzt wurden. Zudem verwüsteten Tropenstürme große Teile der Ernte. Schlecht für die Vanille, gut für die Tonkabohne, die daraufhin Einzug in die Supermärkte hielt.

Apropos Tonkabohne: Hab ihr auch schon mal gehört, dass das Gewürz giftig ist? Tatsächlich stimmt es, dass Tonkabohnen einen Stoff enthalten, der bei hohem Konsum die Leber schädigen und Krebs verursachen kann. Dafür müsstet ihr aber wirklich irrsinnig große Mengen davon essen – und  zudem werden in Deutschland nur fermentierte Tonkabohnen verkauft, bei denen der Anteil des giftigen Stoffes nochmal deutlich reduziert wurde. Dem bedenkenlosen Genießen der Sterntaler-Plätzchen steht also nichts mehr im Weg.

Sterntaler mit Tonkabohne

Ein märchenhafter Name für traumhaft leckere Plätzchen mit einem feinen Tonkabohnen-Geschmack und hübschem Aussehen.
Gericht: Plätzchen
Keyword: Tonkabohne
Portionen: 50 Stück
Autor: Anja

Equipment

  • Nudelholz
  • Keks-Ausstecher rund, ca. 6 cm Durchmesser
  • Keks-Ausstecher Sterne (sehr klein)

Zutaten

  • 125 g Butter
  • 100 g Zucker
  • 1 Ei
  • 250 g Mehl
  • 1/2 Tonkabohne
  • 10 g Kakao

Anleitungen

  • Alle Zutaten außer den Kakao zu einem glatten Teig verkneten. Diesen in zwei Hälften teilen und zu der einen Hälfte den Kakao geben. Beide Teig-Hälften anschließend in einer luftdichten Box oder in Frischhaltefolie gewickelt über Nacht in den Kühlschrank stellen.
  • Den Ofen auf 180°C Ober- / Unterhitze vorheizen und zwei Backbleche mit Backpapier belegen. Nun jeweils eine Portion des hellen sowie des dunklen Teigs nebeneinander etwas weniger flach als letztlich gewollt ausrollen – dazu Arbeitsfläche und Nudelholz am besten mit ein wenig Mehl bestäuben. Mit einer kleinen Stern-Form aus beiden Teigen eng aneinanderlegende Plätzchen ausstechen und in die freigewordenen Stellen im jeweils anderen Teig legen. Nun nochmal etwas Mehl darüber stäuben und mit dem Nudelholz vorsichtig ausrollen – eventuell zur Mitte hin rollen anstatt nach außen, damit sich der Teig etwas zusammenschiebt.
  • Anschließend runde Taler ausstechen und beispielsweise mit einem flachen Messer oder einer Teigkarte von der Arbeitsfläche lösen. Für rund 10 Minuten im Ofen backen, herausnehmen und abkühlen lassen. Die Teigüberreste könnt ihr nun entweder trennen und erneut ausrollen oder zum Schluss einfach grob miteinander verkneten. Daraus lassen sich mit einem Ausstecher in Sternform ebenfalls sehr schöne, marmorierte Plätzchen ausstechen.

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