Anjas Backbuch

Süßes für die Seele

Hochzeitstorte, Torten

Echte Blumen, das besondere Etwas

Für die Hochzeitstorte, die ich im Sommer 2019 backen durfte, habe ich ganz besondere Deko verwendet: Echte Blumen! Lest hier wie das funktioniert und was ihr beachten müsst, damit eure Torte der absolute Knaller wird.

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Das Auge isst ja bekanntlich mit – deshalb ist das Äußere der (Hochzeits-) Torte mindestens genauso wichtig wie das Innere. Klärt dabei vor allem die Wünsche des Brautpaars ab, denn immerhin ist es ihr großer Tag und nicht eurer. Gleichzeitig sollte ihr aber auch etwas machen, bei dem ihr euch „wohl fühlt“ – für mich war zum Beispiel ganz schnell klar: Eine Fondant-Torte werde ich nicht machen. Ich habe Null Erfahrung im Eindecken von Torten mit Fondant und ehrlich gesagt ist das auch einfach nicht mein „Stil“.

Egal ob Hochzeits-, Geburstags-, Tauf-Torte oder etwas anderes – es gibt wirklich tausend Möglichkeiten, wie die Torte zu einem echten Unikat wird. Naked Cake? Semi Naked? Oder mit Buttercreme verziert? Frische Beeren als Deko oder doch „geeiste“ Beeren (=Beeren in Zuckerwasser einen Tiefkühl-Look verpassen)? Vielleicht ein Drip-Cake? Macarons, Mini-Cupcakes und anderen Süßkram kann man ebenfalls als Tortendeko verwenden – oder…: Blumen. Was könnte bei einer Hochzeit auch näher liegen als Blumendekoration?

Natürlich gibt es neben der Deko auch noch andere Dinge zu klären, zum Beispiel Geschmack und Größe der Torte. Lest hierzu am besten folgende Artikel:

In diesem Beitrag geht es aber um die Blumen-Deko – wenn ihr ein paar Dinge beachtet, können die schönen Blüten und Blätter eure Torte nämlich zum echten Hingucker machen.

Welche Blumen?

Natürlich gilt: Finger weg von giftigen Blumen. Dazu zählen auch bekannte Klassiker, von denen manchmal mehr, manchmal weniger bekannt ist, dass sie giftig sind: Azaleen, Maiglöckchen, Efeu, Rhododendron, Narzissen, sowie das „Grünzeug“ von Holunderblüten, Flieder und vielem mehr). In großen Mengen sind sogar das beliebte Schleierkraut und Gänseblümchen giftig (bei kleiner Anzahl aber unbedenklich). Eine Aufzählung an dieser Stelle wäre lang und höchst wahrscheinlich unvollständig. Daher würde ich euch empfehlen: Sucht euch Blumen aus, die ihr haben möchtet, und recherchiert dann, ob ihr sie verwenden könnt oder nicht. Dazu findet ihr im Internet zahlreiche Informationen.

Das zweite Thema ist schon schwieriger: Sind die Blumen gespritzt? Bei meiner Recherche zum Thema Blumen-Deko habe ich bestimmt 100 Mal gelesen „nehmt in jedem Fall nur ungespritzte Blumen“. Leider konnte mir weder der Bio-Supermarkt meines Vertrauens, noch die örtliche Gärtnerei da weiterhelfen: „Ungespritzte Blumen? Sowas kann man nicht kaufen!“.

Ich habe dann auch die eine oder andere Kuchen-Bloggerin angeschrieben, woher die ihre Blumen beziehen. Und siehe da: Obwohl die meisten auf ihren Blogs predigen, bloß keine gespritzten Blüten zu verwenden, nehmen sie es in Wirklichkeit dann gar nicht so ernst. Ihr habt drei Möglichkeiten:

  1. Bio-Gärtnereien. Problem: Die gibt es nur ganz, ganz, ganz selten. Und wenn, dann haben sie in der Regel ein sehr eingeschränktes, saisonales Angebot, das möglicherweise nicht euren Vorstellungen entspricht.
  2. Der eigene Garten. Problem: Hat nicht jeder. Und auch hier ist das Angebot meistens eingeschränkt und passt eventuell nicht zu dem Torten-Design, das ihr euch vorgestellt habt.
  3. Konventionelle Blumen. Ja, ich habe das böse K-Wort benutzt. Eines ist sicher: Konventionelle Blumen entsprechen sicherlich keiner Lebensmittelhygiene-Vorschrift und ihr solltet es euch wirklich, wirklich gut überlegen. In der Regel berührt der Stängel die Torte aber nicht (Lest dazu die Tipps weiter unten). Es liegt lediglich die Blüte auf – und dort könnt ihr aus Butterbrotpapier Kreise zuschneiden und die Blumenstiele durchpieksen. Schon liegt die Blüte nicht mehr direkt auf der Creme auf. Bedenkt zudem: Zum Einen stecken die Blumen nicht tagelang in dem Kuchen, zum Anderen ist jeder Apfel und jede Erdbeere auch gespritzt (zugegeben, wahrscheinlich mit weniger aggressiven Mitteln). Es liegt bei euch: Wer sind die Gäste, was ist es für eine Feierlichkeit? Ich habe mich zum Schluss dann doch für ungespritzte Blumen aus dem Garten entschieden – sicher ist sicher.

Kleiner Exkurs: Sukkulenten. Die exotischen Pflanzen sind ja wahre Hingucker auf Torten und noch etwas extravaganter als die klassische Blumendeko. Bitte beachtet dabei aber: Sukkulenten haben die Fähigkeit, lange ohne Flüssigkeit zu überleben, da sie viel Wasser speichern können. Schneidet ihr sie ab (um damit die Torte zu verzieren), wässern sie an der Schnittstelle stärker aus, als andere Blumen. Mein Tipp: Schneidet sie deshalb schon einen Tag vorher ab und legt sie zum Trocknen auf ein Küchenkrepp.

Natürlich nicht zu vergessen: Die Haltbarkeit.

Hierzu kann man keine allgemein gültige Aussage treffen. Jede Blume etwas anders, daher gilt: Ausprobieren. Bei meinen bisherigen Torten habe ich die Blumen immer rund 24 Stunden vorher abgeschnitten und in klares Wasser gestellt. Dunkle und kühle Räume sind nicht verkehrt, da sich einige Blüten bei Sonnenstrahlen schnell öffnen und dann verblühen.

Ich schneide die Stiele dabei immer relativ weit von der Blüte ab und kürze den Stängel erst, wenn ich die Torte dekoriere. Sicher ist: je kurzfristiger ihr die Blumen drapiert, desto sicherer könnt ihr sein, dass sie bei der Präsentation und dem Anschnitt frisch und stabil aussehen.

Torte dekorieren – wie?

Sind die richtigen Blumen gefunden, kann es losgehen mit dem Dekorieren – aber Stopp, nicht so schnell! Den Stängel einfach so in die Torte stecken, das geht natürlich nicht. Wie bei vielen Torten-Dingen habt ihr auch hier mehrere Möglichkeiten:

  • Blumen-Pics verwenden: diese kleinen Röhrchen aus Plastik sind klein und dezent. Da sie vorne spitz zulaufen, lassen sie sich einfach in die fertige Torte schieben und wiederverwendbar sind sie auch. Da sie zudem nicht sehr teuer sind habe ich mich für diese Variante entschieden. Es gibt sie in verschiedenen Größen – auf den Bildern seht ihr Größe M, was sowohl für die Probe-Torte als auch für die tatsächliche Hochzeitstorte absolut ausreichend war. Größe L ist aber sicher auch nicht verkehrt.
  • Alternativ gibt es Orchideenröhrchen: Das sind kleine Reagenzgläser aus Kunststoff mit einem Gummideckel. Die Blumenstiele verlaufen durch diesen Gummideckel und da die Röhrchen verschlossen sind, können sie so etwas bewässert werden. Diese Technik habe ich noch nie ausprobiert – ich persönlich bin der Meinung, dass die frischen Blumen auch eine Weile ohne Wasser auskommen und die Blumendeko sollte nach Möglichkeit sowieso erst kurz vor der Präsentation und dem Anschnitt drapiert werden.
  • Möglichkeit Nummer drei ist sogenanntes Floristenband. Trocknet die Stiele dazu vorher gut ab und wickelt sie rundherum mehrmals mit dem Band ein. Das ist wahrscheinlich die einfachste, aber auch „unsauberste“ Lösung. Wenn die Blumen ungiftig und ungespritzt sind, ist das Floristenband aber mit Sicherheit eine gute Lösung.

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