Anjas Backbuch

Süßes für die Seele

Hochzeitstorte, Schokoladig, Torten

Schoko-Marzipan-Torte

Cremige Zartbitter-Schokolade und eine dünne Schicht nussiges Marzipan? Dazu noch der fruchtige Geschmack von Aprikosen? Schon hat man alles zusammen für eine traumhaft leckere Torte.

Im Sommer 2019 durfte ich für unsere Freunde, Tanja und Hermann, eine Hochzeitstorte zaubern – drei Etagen, drei Geschmacksrichtungen, drei super leckere Torten. Die unterschiedlichen Torten kann man natürlich auch getrennt voneinander backen und genießen – egal ob Hochzeit, Geburtstag, Taufe, oder: weil sie einfach lecker sind und man Lust darauf hat.

Fangen wir unten an: Eine Schoko-Marzipan-Torte. Da die Hochzeit Anfang Juli stattfand, war die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es warm werden könnte – sehr warm (vor allem nach der Hitzewelle, 38,6 Grad!, im Juni). Da ist ziemlich schnell klar, dass der Geschmack der Torte insgesamt eher ins fruchtig-frische gehen soll. Aber ohne Schokolade? Geht dann doch nicht. Daher gab es neben Zitrone-Maracuja und Heidelbeer-Holunder eine Etage mit Zartbitter-Schokolade und nussigem Marzipan. Etwas Aprikosenmarmelade rundete diesen Geschmack noch ab.

Im Gegensatz zu den anderen beiden Torten handelt es sich hier um sogenannte ‚Wiener Böden‘ und keinen Biskuit. Der Unterschied besteht hauptsächlich darin, dass bei den Wiener Böden auch flüssige Butter auf der Zutaten-Liste steht. Dadurch ist der Boden saftiger als ein Biskuit und ihr müsst ihn nicht mit Zuckerwasser, Saft oder ähnlichem tränken, damit er nicht zu trocken wird. Die Zubereitung dauert dafür etwas länger und ihr solltet die einzelnen Schritte unbedingt beachten und einhalten.

Die Fotos in diesem Beitrag sind noch von einer Probe-Torte, die ich als Vorbereitung auf die tatsächliche Hochzeitstorte gebacken habe. Bitte beachtet, dass ich hier noch mit etwas Vollmilch-Ganache (statt rein Zartbitter) und mehr Marzipan als im endgültigen Rezept gearbeitet habe. Außerdem habe bei der Creme unten und in der Mitte einen weißen Rand mit übrig gebliebener Schlagsahne gespritzt.

Wie aus dieser und drei anderen Torten eine Hochzeitstorte geworden ist, könnt ihr übrigens hier nachlesen: Die Hochzeitstorte, Zusammenfassung . Und hier findet ihr noch Infos zur Organisation fürs Tortenbacken sowie hilfreiche Tipps und Tricks.

Zutaten
  • 2 x 7 Eier, Größe M (entspricht 2 x ca. 360 g)
  • 2 x 210 g Zucker
  • 2 x 90 g Mehl
  • 2 x 90 g Stärke
  • 2 x 1 Prise Salz
  • 2 x 1 Päckchen Vanillezucker
  • 2 x 90 g Butter
  • 420 g Marzipan (+ Ausschuss)
  • 300 g Aprikosenmarmelade
  • 600 g Zartbitter-Schokolade
  • 400 ml Schlagsahne
Zubereitung

Die Böden habe ich auf zwei Mal vorbereitet, da einerseits meine Küchenmaschine nicht genug Fassungsvermögen gehabt, und andererseits die fluffige Leichtigkeit des Wiener Bodens eine so große Menge Teig auf einmal nicht überstanden hätte. Die Zutaten reichen für zwei Torten mit einem Durchmesser von 25 cm.

Vorbereitungen, zum Beispiel am Vortag:

  1. Das Marzipan drei mal kreisrund und dünn ausrollen – und zwar wirklich dünn. Damit das gelingt, einen Kreis (ca. 23 cm Durchmesser) auf die Unterseite eines Backpapiers malen, sodass er durchscheint. Marzipan mit den Händen flach drücken, auf das Backpapier legen und ein zweites Backpapier darüber legen. Nun mit einem Nudelholz so flach wie möglich ausrollen und an dem vorgezeichneten Kreis orientieren.
  2. Für die Ganache die Schokolade in kleine Stücke brechen. Schlagsahne in einem Topf zum Kochen bringen – dabei ständig langsam umrühren, damit nichts anbrennt. Die heiße Sahne vom Herd nehmen und die Schoko-Stücke hinzugeben, sodass sie vollständig von der Sahne bedeckt sind. Ein bis zwei Minuten warten, dann langsam mit einem Schneebesen verrühren, bis sich die ganze Schokolade aufgelöst und mit der Sahne verbunden hat. Dabei muss die Ganache eine dunkle, glänzende Farbe annehmen. Bei Raumtemperatur über Nacht abkühlen lassen.

Für die Böden die Eier und den Zucker in einer Schüssel über dem Wasserbad auf 45°C erhitzen. Dabei ständig rühren, damit die Menge nicht gerinnt. Ich verwende hierbei ein günstiges, schlichtes Lebensmittel-Thermometer – das braucht man spätestens bei der Schweizer Buttercreme zum Eindecken von Torten sowieso. Alternativ könnt ihr die Ei-Zucker-Mischung zwischen den Finger reiben: Haben sich die Zuckerkristalle aufgelöst, ist die Mischung warm genug. Diese anschließend in eine Küchenmaschine umfüllen und bei hoher Geschwindigkeit „kalt schlagen“. Dafür müsst ihr das Ei rund 20-30 Minuten mit dem Schneebesen verrühren. Wenn die Schüssel außen abgekühlt ist, könnt ihr weitermachen.

Den Ofen auf 190°C Ober- / Unterhitze vorheizen und eine Backform oder einen Tortenring vorbereiten – bei Torten backe ich gerne mit solchen Ringen. Wieso das so ist, könnt ihr hier nachlesen: Backen im Tortenring.

Mehl, Stärke, Salz und Vanillezucker durch ein Sieb auf den Teig geben und anschließend mit einem Schneebesen vorsichtig unterheben. Dabei sollte viel Luft in den schaumigen Teig gehoben werden – man spricht auch vom „melieren“.

Die Butter in einem Topf schmelzen und den Topf vom Ofen nehmen. Etwas Teig zur heißen Butter geben und mit dem Schneebesen gut verrühren. Die Mischung dann zurück zum restlichen Teig geben und wiederum mit einem Schneebesen sanft unterheben (aka ‚melieren‘). Danach kann der Kuchen in den Ofen: Für 10 Minuten bei 190°C Ober- / Unterhitze – anschließend auf 175°C Umluft umstellen und für weitere 30 Minuten backen.

Dann mit der zweiten Hälfte der Zutaten genauso vorgehen. Die beiden Kuchen komplett – am besten über Nacht – auskühlen lassen.

Weiter geht’s!

Unebenheiten der Tortenböden mit einem Messer begradigen und die Kuchen horizontal halbieren. Für die Ganache die vorbereitete Schoko-Sahne aufschlagen, bis die Masse deutlich heller und cremig wird.

Rund 100 Gramm Aprikosenmarmelade auf der Torte verstreichen, ausgerollten Marzipan darauf legen und ein Drittel der Schoko-Creme hinzugeben. Dann den zweiten Tortenboden, dann wieder Marmelade, Marzipan und Ganache, den dritten Tortenboden, nochmal Marmelade, Marzipan und Ganache und zum Schluss den vierten Boden. Wer möchte, kann dafür einen Tortenring zum Stabilisieren verwenden – allerdings ist die Ganache in der Regel fest genug, sodass nichts verläuft. Im Kühlschrank wird sie außerdem nochmal fester.

Nun könnt ihr die Torte nach Belieben dekorieren – zum Beispiel außen mit Ganache einstreichen, einen Drip am Tortenrand hinzufügen oder sie mit Schokostreuseln verzieren. Für die Hochzeitstorte beachtet bitte: Da sie außen einen einheitlichen Look haben sollte, habe ich beim Zusammensetzten der Torte bei jeder Etage außen zuerst einen Ring mit der weißen Schweizer Buttercreme gezogen, sodass man von außen nicht sieht, dass sie innen mit einer schokoladigen Creme gefüllt ist.

Gutes Gelingen 🙂

PS.: Im Rezept ist irgendetwas unklar? Oder ihr habt andere Fragen? Dann schreibt doch einfach in die Kommentare! Viele Grüße, Anja

  1. Meine süsse! Hochzeitstorten zu zaubern ist doch immer wieder eine so wundervolle Sache! Und du machst das echt gut! Lg Nicole

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